Valerian - Die Stadt der Tausend Planeten

10 Dec 2017
Story
Schauspielerische Leistung
Kamera & Effekte
Genremeistergrad
78%
Hinweis: Es handelt sich hierbei um eine subjektive Einzelmeinung eines Hobby-Bloggers.

Dieser Film war ein reiner Augenorgasmus - so bunt und schillernd und detailreich, dass man das Gefühl hatte, nicht so viel gesehen zu haben, wie man eigentlich hätte können und wollen. Meiner Meinung nach der perfekte Film, um den hibbeligen Star Wars Fan zu beruhigen bis Episode 8 in den Kinos anläuft - oder gar im heimischen Player rotiert. Bei mir funktioniert das jedenfalls bestens.

Der Film ist allerdings alles andere als nur ein Lückenbüßer, und es ist eigentlich mehr als unfair, dass ich ihn zunächst dafür missbraucht habe. Ich kann schon vorweg sagen, dass er mir ausnehmend gut gefallen hat. Ich kann ihn jedem Science-Fiction Fan ans Herz legen, der auf Filme wie Avatar oder Star Wars steht - auch wenn er bereits mehrfach in der Kritik stand: Die Comicvorlage sei leider nicht zufriedenstellend umgesetzt worden, die Schauspieler spiegelten nicht den Charme, Esprit und das Aussehen der Comichelden wider, etc. Das kann ich alles nicht beurteilen, denn ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Comic leider nie gelesen habe. Ich bin vollkommen unbelastet in den Film gegangen. Außer Trailer, sehr gute Traileranalysen und Reviews von diversen Youtubern (allen voran kann ich da Nerdkultur empfehlen) habe ich keine "valerianische Vorbildung" genossen.

Wer sich allerdings den Spaß gönnen und zuerst den Comic von Jean-Claude Mézières und Pierre Christin lesen möchte, hier die deutsche Gesamtausgabe - Band 1:

Kleiner "Funfact": Der Name der weiblichen Hauptfigur "Laureline" scheint in Deutschland, Schweden und Dänemark zumindest bei den jeweiligen Comicverlagen nicht gut angekommen zu sein. Wie man auf dem Comic-Cover oben sieht, hat der deutsche Verlag Carlsen Comics die Hauptdarstellerin in "Veronique" umgetauft. In Schweden und Dänemark wurde sie "Linda" genannt. Quelle: Wikipedia.

Jetzt aber zum Film...

 

Handlung

Die beiden Hauptfiguren Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) sind intergalaktische Spezialagenten. Schon gleich zu Anfang wird dem geneigten Zuschauer klar, dass es zwischen den beiden mehr als nur ein bisschen knistert. Laureline hält ihren Verehrer aber lieber auf Abstand, da er ein kleiner Frauenheld zu sein scheint, der es mit der Liebe bisher nie so ernst nahm. Dadurch entsteht zwischen den Protagonisten von Anfang an eine gewisse "Scully & Mulder" Spannung, die Raum für allerlei Wortgefechte bietet. Die Handlung selbst spielt im 28. Jahrhundert und findet in einer Galaxie statt, in der die Menschheit bereits Kontakt zu mehreren Tausend anderer intelligenter Spezies aufgenommen hat. Sie teilen sich eine riesige Raumstation: Alpha "Die Stadt der tausend Planeten". Bei einem kleinen Erholungsurlaub am virtuellen Strand im schiffseigenen Holodeck, wird Valerian von einer Welle vergangener Ereignisse, Erinnerungen an einen ihm unbekannten Planeten und unbekannten Volk erfasst, das scheinbar auf brutale Weise ausgelöscht wurde. Verwirrt von den erhaltenen Eindrücken, versucht er Informationen im Bordcomputer über das Gesehene zu finden, jedoch ohne Erfolg. Auch der künstlichen Intelligenz Alex scheint sowohl der Planet als auch das Volk unbekannt zu sein. Merkwürdig, warum gibt es keine Informationen darüber? Aber weitere Nachforschungen müssen leider warten, da schon die nächste Mission für unsere Helden ansteht: Die Rettung der gesamten Station Alpha. Eine bislang unbekannte Bedrohung in deren Mitte scheint die Station von innen heraus zu verschlingen. Das klingt wie der perfekte Job für unsere Spezialagenten Valerian und Laureline. Doch dabei ist nichts so wie es scheint und da ist ja auch noch dieser "Traum" der Valerian heimsuchte und seither nicht mehr loslässt. Was hat es mit dieser mysteriösen Welt aufsich? Warum erschien ihm ihr Untergang in seinen Träumen? War es die Vergangenheit oder die Zukunft? Kann das Unheil noch abgewendet werden?

 

Kritik

Wie schon erwähnt, wird die Welt unglaublich detailreich und bunt dargestellt. Man kann sich wirklich darin verlieren. Wer bei Avatar bereits schon das Gefühl hatte in den 3 Stunden in eine andere Welt entführt worden zu sein, wird das Gefühl bei diesem Film sicherlich wieder verspüren. Was Luc Besson hier abgeliefert hat, muss sich nicht vor Szenegrößen wie Star Wars verstecken, ganz im Gegenteil spielt der Film durchaus in der gleichen Liga. Mir hat die schauspielerische Leistung sehr gut gefallen. Ich habe den beiden ihre Rolle zu jeder Zeit abgekauft. Auch die Nebendarsteller konnten durchaus glänzen: Clive Owen als verwegenen Kommandanten und Rihanna als eine Art Wechselbalg mit einem unglaublichen Talent für inszenatorisch opulente Bühnenauftritte. Die Dialoge können sich ebenfalls sehen lassen. Sie sind spritzig, humorvoll und auch durchaus nicht unintelligent. Die Story hat mir auch sehr gut gefallen. Es ist von der Handlung her vielleicht keine absolute Innovation, aber das muss es ja auch gar nicht sein. Es ist eben eine fast klassische "Held rettet die Welt" Geschichte. Mich hat der Film jedenfalls sehr gut unterhalten und ich zähle ihn schon jetzt zu meinen Science-Fiction-Lieblingen und werde ihn mir mit Sicherheit noch sehr viele Male mit größtem Vergnügen ansehen.

Mein Fazit

CGI Feuerwerk und Science-Fiction-Popcorn-Kino at it's best. Einfach ansehen und sich selbst ein Bild machen - es lohnt sich auf jeden Fall!

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